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caratart Mentoren im Interview – 1: Bombolo

Künstler und caratart Mentor Bombolo im Interview

30. Juni 2011 Interview, Künstler Kommentieren


Deine Wander- und Studienjahre haben dich um die halbe Welt geführt. Was hast du von deinen zahlreichen Reisen für dich mitgebracht? Souvenirs & Inspiration?

Ja, in erster Linie Inspiration. Verständnis für andere Kulturen. Das eine oder andere Mitbringsel natürlich auch. Aber in erster Linie verändert sich dann ein Weltbild, das man in sich trägt.

Und wo war es am schönsten?

Das ist ganz schwer zu sagen. Es gibt überall mal was Schönes. Aber die Highlights waren eigentlich der Südwesten Amerikas, Alaska und auch der Himalaya und Neuseeland. Und auf dem Meer natürlich auch.

Also eigentlich auf der ganzen Welt!

Ja. Aber überwältigend, wenn man Natur mag, so wie ich, sind eigentlich die Rocky Mountains und Alaska. Und natürlich der Himalaya.

Wann und wie hast du die Malerei, die Kunst für dich entdeckt?

Nach einem längeren Aufenthalt über mehrere Jahre, immer wieder mit Unterbrechungen, in einem Zen Kloster in Japan.

Wie kommst du in einem Kloster auf die Kunst?

Das hat wohl in mir geschlummert und nach den vielen Jahren asketischen Lebens und Meditation hatte ich endlich den Mut das mal raus zu lassen.

Kannst du dich noch an dein erstes verkauftes Kunstwerk erinnern?

Ja. Ich weiß wo alle meine Bilder sind. Das war ein Indianer-Porträt. Und das waren auf einen Schlag gleich zwölf.

Also gleich ganz erfolgreich gestartet.

Ich hab gemalt und dann kam jemand, und wie das so im Leben ist, brachte jemand mit und fragte „Wo stellen Sie aus?“. Das war gar nicht meine Absicht. Und dann sagt er „Was wollen Sie dafür haben?“. Da hab ich ihm einen Preis genannt und da hat er die mitgenommen und hat mir nach vier Wochen das Geld gebracht. [lacht]

Deine Malerei strotzt vor kräftig leuchtenden Farben und birgt eine Vielzahl von Details. Hast du die Motive fertig im Kopf oder entwickelst du sie während des Malens?

Naja, es ist so. Ich gehe an die Leinwand und hab so eine Idee. Dann versucht man das in eine Form zu bringen oder auf die Leinwand zu bringen und dann läuft das auch weg. Dann entstehen Dinge während der Arbeit. Das tolle am Malen ist nicht das fertige Bild, sondern der Prozess. Der Weg dahin.

Es hat immer was mit der eigenen Befindlichkeit zu tun. Und das Spannende beim Malen ist eigentlich das, was mit einem selbst während dieses Aktes passiert. Da vergisst du alles, Zeit und Raum. Du warst plötzlich zehn Stunden im Atelier, hast nichts gegessen und gehst dann raus und bist völlig erschöpft.

Aber glücklich.

Ja, total. Und natürlich immer wieder überrascht. Spätestens am nächsten Morgen. Der erste Gang ist immer ins Atelier und dann sag ich „Wer hat denn das gemalt?“.

Oder dann hab ich eine Lösung für dieses Bild, was ich gerade in Arbeit habe. Das kann man auch schnell kaputt malen. Dann lässt man es mal stehen, dann schlaf ich drüber und dann geh ich morgens runter, der erste Blick und dann hab ich die Lösung. Meistens.

Welchen Tipp würdest du jungen Künstlern, die am Beginn ihrer Karriere stehen, mit auf den Weg geben wollen? Was ist für dich das Wichtige am „Künstler sein“?

Dass man die Freiheit hat, alles zu machen. Also nicht abmalen, nicht nachmalen. Versuchen, die Dinge auf die Leinwand, aufs Papier oder welches Medium auch immer zu bringen, die einen innerlich beschäftigen. Also authentisch sein. Versuchen, Dinge zu malen, die einen im Innersten berühren. Weil dann ist es malen; alles andere ist abmalen. Das würde ich einem jungen Künstler mitgeben. Sich nicht beirren lassen von Trends und Kunstzeitschriften und dem, was man in Museen sieht. Was wichtig ist, vielleicht im Kontext der Kunstgeschichte: Jedes Bild was jemand malt oder was ich zum Beispiel jetzt male beinhaltet ja schon, was weiß ich, zwei Millionen vorher gemalte Bilder.

Dieses Interview wurde erstmals veröffentlicht im Ausstellungskatalog zur Kunstausstellung “caratart Episode 1″. Blättern >>

Graffiti Event in München: Big Time an der Brudermühlbrücke

Juli 2011: Graffitti Live Event München

28. Juni 2011 Veranstaltung Kommentieren

Im Juli 2011 werden mehr als zwanzig renommierte Graffitikünstler aus ganz Deutschland den bereits legendären Wänden und Pfeilern der Brudermühlbrücke in München ein vollständig neues Erscheinungsbild geben. Am 02. und 03. Juli haben Kunstinteressierte die Möglichkeit den Aktiven live bei der Ausgestaltung der riesigen Fassaden beizuwohnen.

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„caratart Episode 1“ mit der Vernissage „Vision & Sounds“ – Ein grossartiger Auftakt

Bombolo, Esterina Zarrillo, Stefan Beltzig, Peter Weber von Castell Miquel

21. Juni 2011 Projekte 1 Kommentar

Heute vor einer Woche, am 14. Juni 2011, feierten wir mit über 500 Gästen die Vernissage „Vision & Sounds“ zu unserer ersten Kunstausstellung „caratart Episode 1“. Die Veranstaltung war für alle Beteiligten ein toller Erfolg.

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Interview: Sven Regener im Gespräch

Sven Regener, Buchautor und Sänger bei Element of Crime

3. Juni 2011 Künstler, Zitate Kommentieren


Dominic Dillier, Redakteur und Moderator vom Schweizer Radio DRS 3, hatte das Vergnügen ein Interview mit Sven Regener u.a. über seine Bücher, die Musik von Element of Crime, Kunst und Berlin zu führen. Ein spannendes Gespräch. In voller Länge und dazu auch das Konzert von Element of Crime im Kiff in Aarau gibt es zu hören auf www.drs3.ch

Ein paar Zitate aus dem Interview, insbesondere rund um die Kunst, haben wir hier zusammengestellt.

Sven Regener…

…über Kritik

„Ein erstzunehmender Künstler wird ja das, was er macht, nicht ändern, nur weil irgendjemand schreibt, dass er das doof findet.“

„Ehrlichkeit ist für mich in der Kunst kein Kriterium.“

„Kritiker sind dem Publikum gegenüber verantwortlich und nicht mir.“

„Man darf sich nicht über schlechte Kritik beschweren, aber dann muss man sich auch für gute Kritik nicht bedanken.“

… über Kunst

„Ich hab auch keine Botschaft […] In der Kunst kommt es nicht drauf an, sich mitzuteilen oder auszudrücken.“

„Es geht darum, dass man Kunst macht. Das man etwas schafft, das es vorher nicht gab. Man spielt. deshalb mag ich auch nicht den Begriff der Arbeit in der Kunst. […] In der Kunst wird gespielt und das mögen wir an der Kunst. Wir wollen bei der Kunst nicht das Ergebnis harter Arbeit sehen.“

„Das Tolle an der Musik ist, das auch das Traurige schön ist. […] Im richtigen Leben macht das Traurige nicht glücklich. In der Musik aber schon. Das macht ja die Musik zu einer einzigartigen, tollen Kunst.“

…über das Zitat „Kunst ist, wenn einer sagt, dass es Kunst ist und jemanden findet, der ihm das glaubt.“ aus seinem Buch „Der kleine Bruder“

„Wir machen auch einen Fehler, wenn wir glauben, dass der Begriff Kunst an sich auch schon eine Wertung sei. Wir dürfen nie vergessen, es gibt auch schlechte Kunst. […] Wenn etwas Kunst ist, dann ist es Kunst. Es nützt nichts zu sagen, das ist keine Kunst, weil das doof ist oder so. Nein, Kunst kann auch doof sein. Kunst kann auch langweilig sein. Aber trotzdem ist es Kunst. In dem Moment wo ich selber sage, dass es Kunst ist und ich einen finde, der mir das glaubt.“

„Auch die Liebe zur Kunst ist keine Tugend. ich finde es toll, wenn die Menschen Kunst lieben, aber es gibt auch Leute, die können damit nichts anfangen. Dann ist das auch in Ordnung. Das sind alles nur Angebote.“

…über Berlin

„Es ist die größte Stadt, die wir haben. Und in gewisser Hinsicht auch die Entspannteste. Weil Berlin ja eine Stadt ist, die ja gar nicht gebraucht wird. Berlin ist ja eigentlich in Deutschland eine völlig sinnlose Stadt. […] Ich persönlich lebe da wahnsinnig gern, aber es ist eben doch eine sehr entspannte Stadt, weil sie sehr wenig wirtschaftlichen Druck ausübt. Man kann dort ziemlich leicht leben. Das macht es für viele Künstler, vor allem junge Künstler, sehr einfach dort hinzugehen und sich über Wasser zu halten.“

„Nach einer Woche Berlin sind sie einfach dabei. Das interessiert keinen Menschen mehr, wo er herkam, wer sie sonst so sind, was sie vorhaben und wo sie geboren sind, ob sie Berliner sind. Das interessiert einfach keinen Menschen; das ist völlig egal.“

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