MMK – Museum für moderne Kunst in Frankfurt am Main

MMK – Museum für moderne Kunst in Frankfurt am Main

Das MMK gehört zu den international renommiertesten Museen für zeitgenössische Kunst. Die Stadt Frankfurt zeigte Weitblick und Kunstsinn, als sie mit dem Erwerb der vormals Darmstädter Sammlung Karl Ströher Anfang der 1980er Jahre die Grundlage für ein eigenes Museum für Moderne Kunst schuf.

Der Nukleus des Hauses birgt mit den Meisterwerken international beeindruckender Namen wie Roy Lichtenstein, Andy Warhol, Dan Flavin, Joseph Beuys oder Palermo Werke aus den 1960er Jahren, die der amerikanischen Pop-Art und dem internationalen Minimalismus zugeordnet werden. 2006 brachten Teile der Kölner Sammlung Ricke bedeutende Beispiele der New Yorker Konzeptkunst und des Post-Minimalismus ein.

Ein Rundgang durch das Haus gerät zu einer beeindruckenden und spannungsreichen Werkschau aus den Jahrzehnten von 1950 bis heute. Alle Namen, die in diesen Epochen in der deutschen und internationalen zeitgenössischen Kunst eine Rolle spielten, scheinen hier vertreten zu sein. Mehr als 4500 Exponate und 440 Künstler repräsentieren das internationale und nationale Kunstschaffen aus Malerei, Skulptur, Fotografie und Videokunst, ergänzt von Projekten aus der Sound-, Licht- und Performancekunst.

Fotografien aus den Nachkriegsjahren vor 1950 zeigen das zerstörte Frankfurt in all seiner Schärfe. Der Fotograf Paul Almasy führt in seinen Werken aus den 1950er und 1960er Jahren zurück in eine versunkene Zeit. Szenen, die an die eindringliche Filmoptik der Nouvelle Vague erinnern und in ihrer Schwarz-Weiß-Gestaltung wie Skulpturen wirken, die faszinieren und aufrütteln.

Die Kunst der 1980er und 1990er umfasst Werkgruppen von Künstlern, die damals Avantgarde und heute zeitgenössische Klassiker darstellen: Hilla Becher. Bruce Naumann. Gerhard Richter. Boetti. Beppler. Viele andere. Wichtige zeitgenössische Frankfurter Künstler wie Thomas Bayrle, Peter Roehr, Charlotte Poseneske sind vertreten.

Das MMK hat den Anspruch, bei keiner Periode stehen zu bleiben und bis in unsere Tage das jeweils aktuellste Kunstgeschehen aufzugreifen. Das schafft eine besondere Aura der Authentizität. In der Kunst des noch jungen Jahrtausends – Hope, Teller, Tillmanns, Bayrle, Brandenburg, Boyce, Burns, Floyer u.a. – spiegeln sich politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Gegenwarten.

Kluge Museumspolitik macht immer wieder Neuerwerbungen möglich. Bei den jüngsten Zuwächsen stehen Werke von Walter de Maria (1969), Morris Louis (1960), Bernhard Johannes Blume (1960-1965) oder Martin Kippenberger (1985) neben denen von Dan Flavin (1990), Walter van Beirendonck (1995), Jürgen Teller (1997), Isa Genzken (2007), Cyprien Gaillard (2009) und Zinny Maidagan (2009).

Faszinierender kann Gegenwarts-Kunstgeschichte kaum sein.

 

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